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26. Februar 2026

Historischer Abschluss: IGDA erzielt Durchbruch bei Tarifverhandlungen der Digitalbranche


Nach monatelangen Verhandlungen hat die IG Digitale Arbeit (IGDA) einen umfassenden Tarifabschluss für Beschäftigte der Digital- und Plattformwirtschaft erzielt. Der Abschluss gilt als Signal für bessere Arbeitsbedingungen in einer

Berlin – Nach intensiven Gesprächen mit dem Arbeitgeberverband Digitale Wirtschaft (ADV) verkündete die IGDA am Donnerstag einen Tarifabschluss, der als Meilenstein für die rund 180.000 Beschäftigten der Branche gilt. Neben deutlichen Gehaltssteigerungen enthält der Vertrag erstmals verbindliche Regelungen zu Remote-Work, Weiterbildung und algorithmischer Leistungsbewertung.

Kern des Abschlusses ist eine Lohnerhöhung von insgesamt 8,5 % über zwei Jahre, kombiniert mit einer einmaligen Inflationsausgleichsprämie. Darüber hinaus wurde ein Recht auf mobiles Arbeiten an bis zu drei Tagen pro Wochetariflich verankert. Beschäftigte erhalten zudem einen jährlichen Weiterbildungsanspruch von fünf Arbeitstagen, der speziell auf KI-, Cloud- und Cybersecurity-Kompetenzen abzielt.

Ein besonders diskutierter Punkt der Verhandlungen war der Umgang mit automatisierten Leistungsbewertungen. Hier konnte die IGDA durchsetzen, dass algorithmische Systeme künftig transparent dokumentiert und durch Betriebsräte mitbestimmt werden müssen. „Digitale Arbeit darf nicht intransparent bewertet werden. Mit diesem Abschluss schaffen wir faire Regeln für die Arbeitswelt von morgen“, erklärte IGDA-Verhandlungsführerin Jana Keller auf der Pressekonferenz.

Auch auf Arbeitgeberseite wurde der Abschluss positiv bewertet. ADV-Sprecher Markus Reinhardt betonte, dass der Vertrag Planungssicherheit biete und gleichzeitig den Fachkräftemangel adressiere. „Die Kombination aus Flexibilität, Qualifizierung und verlässlicher Vergütung stärkt die Attraktivität der Branche nachhaltig“, so Reinhardt.

Arbeitsmarktexperten sehen im Tarifvertrag einen möglichen Referenzpunkt für andere wissensintensive Branchen. Sollte der Abschluss Schule machen, könnte er die Tarifbindung in der Digitalwirtschaft deutlich erhöhen und neue Standards für hybride Arbeitsmodelle setzen.

Die IGDA kündigte an, nun den Fokus auf betriebliche Umsetzung und Mitgliedergewinnung zu legen. Erste Unternehmen wollen den Tarifvertrag bereits zum Sommer übernehmen. Damit könnte die Digitalbranche erstmals flächendeckend tarifliche Rahmenbedingungen erhalten – ein Schritt, den Beobachter noch vor wenigen Jahren für unrealistisch hielten.

Quelle: IGDA / 26.2.2026
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